Heilpraktikerin

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Was ist eigentliche eine Heilpraktikerin: Physiotherapie?

In Deutschland erhalten Patienten stets ein Rezept vom Arzt, bevor sie mit der physiotherapeutischen Behandlung beginnen können. So muß jeder Patient zuerst zum Arzt, um sich überhaupt in der Physiotherapie behandeln lassen zu können. Daran ist auch die Bezahlung seiner Behandlung geknüpft. Dies steht im Gegensatz zum Usus in anderen EU- Ländern. Dort können Patienten direkt zur Physiotherapie ohne ärztliche Verordnung gehen.

Ohne Rezept zur Physiotherapie

Nun erfolgt in Deutschland eine Harmonisierung der Gesetze meist durch die Gerichtsbarkeit und nicht durch die Politik. So auch bei den Physiotherapeuten: Ein Physiotherapeut hat erfolgreich in Rheinland-Pfalz dagegen geklagt und das Bundesverwaltungsgericht hat nun den neuen Begriff des Heilpraktiker: Physiotherapie geschaffen. Das bedeutet, der Patient kann beispielsweise bei einem Bandscheibenvorfall ("Hexenschuß") sich direkt an seinen Physiotherapeuten zur Behandlung wenden, ohne einen Arzt aufzusuchen. Dazu müssen die Physiotherapeuten eine schriftlich und mündlich-praktische Heilpraktikerprüfung absolvieren. Diesen Nachweis hat die Praxisinhaberin im November 2011 erfolgreich bestanden.

Private Behandlung

Ein Wehrmutstropfen bleibt aber: Die gesetzlichen Krankenkassen und Privatversicherung zahlen diese Behandlung nur, wenn eine Zusatzversicherung für Heilpraktikerleistungen besteht, wobei es eine Einzelfallprüfung gibt. Dennoch sollte jeder gesetzlich Versicherte wissen, wenn er physiotherapeutische Leistungen (15-20min/Behandlung)  benötigt, daß er beim Arzt selbst 10 € Praxisgebühr (bis 31.12.12) für die Rezeptausstellung und bei der Krankengymnastik pro Rezept 10 € zzgl. 10% der Behandlungsleistung derzeit bezahlen muß. Darüber hinaus sind die Rezepte für Physiotherapie für gesetzlich Versicherte budgetiert, d. h. man bekommt meist nur zwei Rezepte pro Quartal vom Arzt ausgestellt. Auch die private Versicherungswirtschaft reguliert häufig krankengymnastische Leistungen nicht mehr vollumfänglich, obwohl damit oft geworben wird.

Stand: 15.1.2012